Eine Kollegin brachte mir heute eine ganz irrwitzige kleine Klickse mit ins Büro. Die erste Digitalkamera von … IKEA. Nicht zu glauben, der schwedische Möbelhersteller, der Massen von Kundinnen und Kunden mit Bücherregalen wie Billy austattet, dieses Möbelhaus bringt nun Technik auf den Markt. Aber IKEA wäre nicht IKEA, wenn das Produkt, na sag ich mal, dann doch irgendwie einen Tick anders wäre.
Knäppa heißt die kleine Klickse – und sie kommt komplett mit einem Pappgehäuse daher, das so braun ist wie die Pappschachteln von Billy und Co. Zwischen diesen Pappen sitzt eine kleine Linse und die wiederum sitzt auf einer Platine mit USB-Anschluss (roundabout 2,3 Megapixel).
Das alles sieht nicht nur wahnsinnig billig aus, sondern ist es auch. Letztlich ist es aber die konsequenteste Kampfansage an die Einweg-Wegwerfkameras seit Erfindung der Digitalfotografie. Damit sind die Zeiten, bei denen wie etwa auf Hochzeiten und Betriebsausflügen die Einwegwegwerfkameras dominieren, die mitsam Batterien, Blitz und Plastegehäuse geschreddert werden. Nein, unscharf ist cool, verwackelt noch cooler und der Kampf gegen den allgegenwärtigen Pixelwahn sozusagen das neue schwarz in der Modebranche.
Knäppa ist schwedisch und heißt in etwa so viel wie einschalten. Das und das Auslösen, das sind die beiden Grundfunktionen auf der Kamera. Kein Scharfstellen, kein Blitz. Die Bilder, naja, rauschig, gerade so scharf – die Farben mau. Aber funktioniert wie ein VW-Käfer. Fotos machen, per USB-Stick rüberziehen, mit einer Büroklammer wieder löschen, von vorne anfangen.Käuflich ist das gute Stück leider noch nicht – aber verlost wird es wohl ab und an.
Eine andere Kollegin, die mit einer mehreren hundert teuren Euro-Spiegelreflex heute für mich Bilder machen musste, schrieb am Ende ihres Einsatzes: Kamerahahahaha, wegen der vielen Verschlussswackelscharfstellwartezeiten, in denen das Bildmotiv längst einmal das Buffet abgeräumt hatte.
Nun denn: Knäppa!









